Wels
06.08.2026

Schöpfung – Verheißung einer neuen Erde

Bild zum Weblog

Wenn du im Sommer durch einen Garten gehst, siehst du beides gleichzeitig: Fülle und Vergänglichkeit.

Reife Früchte neben vertrockneten Blättern. Blühende Stauden neben den ersten Spuren von Schädlingen und Trockenheit. Leben und Zerfall, dicht nebeneinander, erleben wir die Welt, schön und zugleich gezeichnet.

Die Bibel beschönigt das nicht. Sie spricht davon, dass die ganze Schöpfung seufzt, wie unter Geburtswehen (Römer 8,22). Und doch endet die Bibel nicht mit diesem Seufzen sondern mit einer Verheißung.

Jesaja schreibt:
"Denn siehe, ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, dass man der vorigen nicht mehr gedenken und sie nicht mehr zu Herzen nehmen wird." (Jesaja 65,17)

Was folgt, ist keine vage Vertröstung, sondern ein konkretes Bild: Kein Weinen mehr, keine Menschen, die sterben. Menschen bauen Häuser und wohnen darin. Sie pflanzen Weinberge und essen deren Frucht. Niemand arbeitet mehr für Andere. Und Wolf und Lamm weiden gemeinsam, ohne Angst voreinander. Es ist eine Erde, auf der gelebt, gebaut und geerntet wird aber ohne die Bedrohungen und Schwierigkeiten unseres aktuellen Lebens.

Die Offenbarung nimmt dieses Bild auf und führt es zu Ende:
"Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde … Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen … Siehe da, eine Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen." (Offenbarung 21,1–3)
Das ist der Kern der Verheißung: nicht nur einer neuen Welt, sondern Gott selbst ist wieder mitten unter uns, so wie am Anfang, im Garten Eden.

Und dann der Satz, der mich besonders berührt:
"Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen." (Offenbarung 21,4)
Gott wischt die Tränen persönlich ab. Was für ein Bild von Nähe!

Mir persönlich ist das im Lauf meines Lebens wichtig geworden: Die Hoffnung der Bibel ist für mich nicht, dass wir irgendwann als "Seelen" einer Erde entfliehen, die dem Untergang geweiht ist. Die Hoffnung ist diese erneuerte Erde unser dauerhaftes Zuhause sein wird. Mit Gärten. Mit Arbeit, die Freude macht. Mit Beziehungen, die halten. Das verändert mein Leben im hier und jetzt. Wenn die Zukunft eine erneuerte Schöpfung ist, dann ist mein Umgang mit Menschen, mit der Umwelt, mit meinem Alltag kein bedeutungsloses Zwischenspiel, sondern ein Übungsfeld für das, was kommt.

 

Vorbereitung im Hier und Jetzt

Ich glaube, es beginnt im Kleinen. Sorgfältig mit dem umgehen, was mir anvertraut ist, also meiner Umgebung, meinen Beziehungen, meiner Zeit. Nicht resignieren angesichts der Probleme und Schwierigkeiten und dessen, was zerbrochen ist, sondern in der Hoffnung leben, dass Gott alles neu macht.

Ich weiß nicht, wie dein Sommer bisher war. Vielleicht mit viel Fülle, vielleicht aber auch mit Erfahrungen von Verlust, Enttäuschung oder Erschöpfung. Was mir hilft, ist der Gedanke das Gott ein Ende im Blick hat, das alles übertrifft, was ich mir vorstellen kann!

Zum Nachsinnen:
1. Wo in deinem Leben würdest du dir am meisten wünschen, dass Gott „alles neu macht“?
2. Wie verändert sich dein Blick auf den Alltag, wenn du diesen als Vorbereitung auf eine erneuerte Erde verstehst, anstatt als bloßes Zwischenspiel?

zur Artikelübersicht 2026