Wels
23.11.2025

Advent - Doppelte Ankunft

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Advent erzählt von einer doppelten Ankunft: Jesus ist schon gekommen - UND - er wird wiederkommen.

„Das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns“ (Joh 1,14) und derselbe Jesus wird „so wiederkommen, wie ihr ihn habt auffahren sehen in den Himmel“ (Apg 1,11).

Advent heißt: Er ist schon da

Wenn du Advent hörst, denkst du vielleicht zuerst an Kerzen, Lichterketten und den Countdown bis Weihnachten. Aber „Advent“ bedeutet „Ankunft“ – die Ankunft Jesu in unserer Welt, von dem es heißt: „Siehe, eine Jungfrau wird schwanger werden … und man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt: Gott mit uns“ (Mt 1,23). Gott wird Mensch, unscheinbar, verletzlich, mitten hinein in die Dunkelheiten der Geschichte, denn er „entäußerte sich selbst … und wurde wie die Menschen“ (Phil 2,7).

Im Advent schaust du zurück nach Bethlehem: auf das Kind in der Krippe, von dem die Engel sagen: „Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr“ (Lk 2,11). Dieses erste Kommen ist Gottes klares Ja zu dieser Welt – und zu dir persönlich: „Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab“ (Joh 3,16).

Advent heißt auch: Er kommt noch

Gleichzeitig erinnert die Adventszeit daran, dass die Geschichte auf ein Ziel hinläuft. Jesus spricht von seiner Wiederkunft: „Sie werden den Sohn des Menschen kommen sehen auf den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit“ (Mt 24,30). Dann wird er alles ans Licht bringen und heil machen, denn er sagt: „Siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir“ (Offb 22,12).

Leben zwischen „schon“ und „noch nicht“

Du lebst in dieser Zwischenzeit: Jesus ist schon gekommen und hat am Kreuz den entscheidenden Sieg errungen – „er hat die Gewalten und Mächte völlig entwaffnet“ (Kol 2,15) – und doch siehst du, dass die Welt noch nicht heil ist. Paulus beschreibt diese Spannung so: „Die ganze Schöpfung seufzt und ängstet sich … und auch wir selbst seufzen in uns selbst“ (Röm 8,22–23).

Genau hier gehört Advent hin: in deinen Alltag, in deine Ungeduld und deine Sehnsucht nach Gerechtigkeit und Frieden. „Selig sind, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten“ (Mt 5,6). Deine Hoffnung hängt nicht an politischen Entwicklungen oder an deiner eigenen Perfektion, sondern an dem, der zugesagt hat: „Ich werde wiederkommen und euch zu mir nehmen“ (Joh 14,3).

Was das für deinen Advent konkret bedeutet

  • Schau dankbar zurück: Nimm dir Zeit, in den Evangelien neu zu entdecken, wer dieses Kind in der Krippe ist – der, über den Johannes schreibt: „Und wir sahen seine Herrlichkeit“ (Joh 1,14).

  • Lebe wach im Heute: Frage dich ehrlich, wo Jesus in deinem Leben anklopft. „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an“ (Offb 3,20).

  • Richte den Blick nach vorne: Halte die Bitte der ersten Christen wach: „Komm, Herr Jesus!“ (Offb 22,20), und lass dich von dieser Hoffnung tragen: „Der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird es auch vollenden“ (Phil 1,6).

Vielleicht ist das die eigentliche Einladung der Adventszeit: zwischen der ersten und der zweiten Ankunft Jesu bewusst zu leben – dankbar, wachsam, hoffnungsvoll.

Und über allem steht seine Zusage: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit“ (Mt 28,20).

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